Entzug

 
 

Dasitzend. Hilfe erhoffend, die mir niemand geben kann. Kälte in mir. Das letzte Stück Zuneigung werfe ich zu den Anderen, mit so vielen Hoffnungen. Es wird restlos aufgesaugt. Es wird noch kälter. Wahrheit schmerzt, wenn die Illusion so gut tat. Ich bin alleine hier, unter so vielen Menschen. Wie lange werde ich diesmal brauchen, um es zu kapieren?

"Wie geht es Ihnen?"
"Danke, gut"
"Warum denken Sie, sind Sie zu uns gebracht worden?"

Daliegend. Hilfe kommt: "Nach dieser Spritze werden sie ruhiger". Sie wirkt, alles wird leer. Die Menschen werden durchsichtig. Wenn Sie sprechen, sieht es aus, als würden sie kotzen. Ich will nicht mehr sprechen. Der Schmerz in mir stört mich nicht mehr, er befriedigt.

"Was wollt Ihr von mir?"
"Wir wollen Ihnen helfen."

Sie ziehen mich hoch und setzen mich auf einen Stuhl. Die "Freunde" reden auf mich ein, aber wenn ich höre, muss ich lachen. Es macht Spaß, sie auszulachen. Sie sind genauso alleine hier. Wissen sie es? Ich werde es ihnen zeigen, genauso wie sie es mir gezeigt haben.

erstellt 1996